Ich fasse
das heiße Plastik an. Glühheißes Wasser fließt auf mein Gesicht und Brust
nieder. Mein Körper ist verbrüht, überall besitze ich rote Stellen. Ich trockene
meinen Körper von unten bis oben ab. In meinen Gedanken an meine erste
Schwimmstunde, wie mein Schwimmlehrer mir gelehrt hat das man sich an den Fußen
immer richtig abtrocknen muss. Ich nahm mir ein trockenes Handtuch und schling
es mir um meine Model-Figur. Alle Jungs waren auf mich scharf. Doch ich wollte
nur Moritz. Meinen heiß ersehnten Schwarm seit der 4. Klasse. Ich schlenderte
durch den Flur. Laute Musik erklang im Zimmer meines Bruders. Er war immer in
Eile und hatte nie Zeit. Doch trotz allen waren seine Freunde die
schnuckeligsten Typen. Mein Zimmer war eiskalt. Ich legte mich in mein Bett und
schloss meine Augen. In meinen Kopf bildete sich ein Theater ab. Das machte ich
immer. Egal was ich tat in meinen Kopf bildeten sich Sätze, Musicals oder
kleine Schauspiele die ich mir mal vornahm zu sagen, aber ich hielt es nie ein.
Ein Mädchen auf einer großen grünen Wiese und ein Junge. Sie musterten sich
langsam. Das Mädchen fing an zu weinen und der Junge schlang sie in seine
muskulösen Arme. Das Schauspiel verschwand und ich merkte wie meine Zimmertür
auf ging. Meine Mutter stolzierte hinein. Mein Vater ist Türke und meine Mutter
Deutsche. Zum Glück. Sie legte frische
Wäsche auf meinen Schrank und ging wieder mit einer traurigen Miene hinaus. Ich
wusste nicht was ich davon halten sollte. Vielleicht sollte ich merke wie
unglücklich sie sei. Aber mir kann sie nichts vorspielen. Niemand kann mir was
vorspielen. Ich kann nicht wirklich Gedanken lesen, doch irgendwas in mir
schreit es mir zu was andre Leute denken. Plötzlich kommt ein Mann in mein Zimmer
hinein.
3 Monate
vergehen und alles ist gelöscht. Was habe ich die Ganzen Wochen getan das ich
sie nicht mehr weiß? Mein Kopf brummt und mir ist schwindlig zu mute. Als ich wieder richtig denken konnte bemerkte
ich, dass ich in einen sterilen Raum lag, welcher mit Kleidern und Schuhen
ausgestattet war. Ich befinde mich in einem Einkaufzentrum. Ich steckte in
einem weißen Kleid mit feiner Spitze. Um mich herum Frauen die mich Schminken
und meine Haare prachtvoll gestalten. Von allein, ohne zu denken, stand ich auf
und gehe aus den Raum raus. Im Gang, wo eigentlich die Rolltreppen fahren
sollten, waren Massen von Menschen gleich angezogen. Vor mir mein Vater und am
Altar ein Pfarrer. Alles deutete auf eine wunderschöne Hochzeit hin. Früher
malte ich mir immer meine Hochzeit in meinen Kopf aus. Überall rote
Blütenblätter und alles ist weiß dekoriert. Die Frauen in Rot ,außer mir, ich
bin in Weiß. Die Männer sollten schwarze Anzüge tragen und aussehen wie Pinguine. Mein Bräutigam war natürlich Moritz, welcher
bereits am Altar auf mich wartete. Auf dieser Hochzeit war alles genauso nur
das nicht Moritz vorne stand. Wer war dieser Typ mit seinem ungepflegten
Erscheinungsbild? Mein Vater nahm sich meine Hand und führte mich auf einen
roten Teppich zu ihm hin. Ich hatte hohe Schuhe an, es war schwer in ihnen
laufen zu können. Mein Vater flüsterte
mir etwas ins Ohr: „Alara. Tu was er dir sagt. Er heißt Akin, Nun gehörst du
im.“ Ehe ich über diese Worte nachdenken konnte übergab er mir meine Hand
seiner Dreckigen und Widerlichen. Seine
gelben Zähne blitzen mich an, als wäre es die Sonne. Er machte mir Angst. Nicht
nur die Frage warum gerade dieser Mann, beschäftigte mich sondern eher die
Frage warum ich heiratete. In meinem Alter war das nicht üblich. Ich war 15
Jahre alt und wollte doch noch Party machen und mit meinen Freundinnen den
Jungs auf den Arsch schauen. Irgendwie musste diese Hochzeit gestoppt werden.
Der Pfarrer fing an zu reden. Er redete und redete doch dann wo eigentlich der
Part mit dem „Möchten sie Alara zur Frau nehmen?“ kommen sollte kam er nicht.
Ich dachte zu viel nach und ehe ich mich versah hatte ich schon einen Ring um
den Finger. Alle starrten mich an. Ich hielt seinen Ring in meiner Hand und zitterte.
Ich wollte um keinen Umständen ihn als Bräutigam nehmen. Seine Blicke trafen
meine Augen. Ich schob den Ring über seinen Finger. Er packte sich meine Hand
und schleifte mich hinaus. Ich stolperte und flog vor seine Knie. Die Gäste
waren bereits aufgestanden und im Tumult merkten sie nichts. Wir liefen
zusammen in einen Raum hinein. Plötzlich fing mein Kopf an zu glühen und ich
merkte wie Hitze in meinem Kopf stieg. Meine Wange fühlte sich betäubt am und erst
jetzt bekam ich mit was er für ein Mensch war. Ich wusste nicht, dass mein
Vater doch Wert auf die türkischen Traditionen legte. Er hatte mir nie von Akin
erzählt, obwohl ich ihn schon mein ganzes Leben gehöre. Diese Gedanken konnten
mich umbringen. Sie raubten meine Energie um wieder aufzustehen. Er zog mich an
meinen langen schwarzen Haare hoch und zerrte mich mit hinaus. Erst jetzt fing
er an mit mir zu reden. Er redete wie ein Kellner auf Mallorca, die sich bei
den Gästen ein schleimen wollen. „Alara. Mein Herz aus puren Gold. Was schaust du
so traurig in der Gegend herum? Schau, gleich da drüben wohne ich! “ Ich
wunderte mich schon warum keine Kutsche oder kein Auto dar steht was
Hochzeitlich dekoriert war. „Akin richtig? Warum wählte sich mein Vater dich
aus?“ „Richtig. Bist du etwa unzufrieden mit mir? Jaja, ich merke schon, aber
das wird dir schon noch leidtun.“ Ich hasste es wie er immer in Rätzeln sprach.
Ich antwortete nicht. Das wollte ich mir nicht bieten lassen… Moritz! Auf der
anderen Straßenseite sah ich ihn. Sofort rannte ich zu ihm hin. Er sah mich
betrübt an und ich fragte nach warum. „Warum ich so schaue? Du hast geheiratet.
Nicht nur dein Mann wundert mich sondern auch wieso du geheiratet hast. Ich
weiß nicht was das hier zwischen uns ist. Aber eins ist klar. Es ist vorbei!“
In mir brüllte mein Herz es wollte diese Worte nicht hören. Moritz ich liebe
dich. Wenn er das gewusst hätte wäre alles anders. „Ey, was machst du meine
Frau an du Schmarotzer du.“ „Akin! Lass ihn in Ruhe. “ schrie ich ihn an. Sein
Blick war finster. Wieder zerrte er mich an sich. Innerlich hoffte ich Moritz
konnte meine Gedanken lesen. Ich dachte das öfters. Ich war schon immer
fasziniert davon gewesen wie Menschen übernatürlich Dinge bewältigen konnten.
Ich konnte nichts, außer in meinen Kopf Musicals ablichten lassen. Doch das
konnten Außenstehende nicht bemerken. Ich wache auf. Das letzte woran ich mich
erinnern konnte war als wir ins Haus von Akin liefen. Ich lag in einen
klebrigen mit Chipskrümel bedecktem Bett. Mein ganzer Körper schmerzte. Meine
Hände waren am Bett mit Krawatten befestigt gewesen. Neben mir saß Akin. Er
schnarchte in einem dicken Sessel wo bereits die Federn zu sehen waren.
Zwischen meinen Beinen klebte es und erst jetzt bemerkte ich was er mir angetan
hatte. Saure Tränen flossen über mein Gesicht. In mir tausend unbeantwortete
Fragen. Ich hatte mir mein Erstes Mal immer in meinem Tagebuch aufgemalt. Ich
war eine gute Zeichnerin. Bei jeder Zeichnung waren Moritz der Hauptteil und
ich die Nachspeise. Ich wusste da noch nicht dass ich in so einer Bruchbude
entjungfert werde. Akin wachte auf. Er stellte sich vor mich hin. „Du hast dich
vielleicht angestellt. Ein bisschen Zärtlichkeit nächstes Mal bitte!“ „Ich,
aber…“ kein richtiges Wort kam aus meinem trockenen Mund hinaus. „Stotter mir
hier nicht so rum. Tut mir leid dass ich... Naja eigentlich tut es mir nicht
leid“, Akin lachte. Er amüsierte sich darüber das seine Frau noch keinen Sex
mit einen anderen außer ihm hatte. „schließlich habe ich somit etwas
Sicherheit.“ „Warum weiß ich davon nichts?“ Eine dümmere Frage viel mir nicht
ein. Aber eine Antwort kam erst beim Frühstück. Er band mich los und trug mich
in die Küche. Richtig er trug mich. Ich wusste nicht warum. Er wollte vielleicht
nicht dass ich weggehe zu einen besseren Mann. „Wer ist Moritz?“ fragte er. Und
da hatten wir schon den Hacken. In mir machte sich wieder Angst breit. Wenn ich
ihn die Wahrheit über Moritz erzähle tut er mir womöglich noch mehr an. Einerseits
wird er mir eh etwas antun. Ich musste mich entscheiden. „Er ist ein
Klassenkamerad.“ Es war nicht gelogen. Nur war es nicht die ganze Wahrheit.
„Erzähl mir mehr!“ forderte Akin. Mehr? Wie mehr? Was soll ich da noch
erzählen? Hey Akin, Moritz ist mein Schwarm ich liebe ihn und würde jetzt
lieber bei ihm in der Küche sitzen statt bei dir? „Er sitzt neben mir. Warum?
Hatte er angerufen?“ log ich. „Er sitzt also neben dir? Mhh. Weiß ich nicht. Er
hat aufgelegt als ich meinen Namen sagte.“ Besser so. Danke Moritz dafür.
Lieber Schweigen als zu viel zu reden was mir dann nur noch mehr Probleme
verschafft. Da aßen wir also unser Frühstück. Wir sagten nichts mehr. Ich hatte
keine Ahnung was für ein Tag war und was ich den ganzen Tag als Ehefrau machen
sollte. Ich wollte ihn aber auch nicht fragen. Ich stand auf und räumte das Geschirr
weg. „Alara? Ich weiß du liebst mich nicht. Es wird bestimmt noch dauern. Aber
glaub mir, du wirst es tun.“ Ich war mir sicher dass ich mich nicht in diesen
Arsch verlieben werde. Ich ging. Ich ging nach draußen. Ich brauchte frische
Luft. Ich hatte mir mein Handy mitgenommen und rief meine Freundin Sarah an. „Hey
Alara“, „Hey Sarah.“ Ich war in diesen Moment der glücklichste Mensch auf der
Welt. „Was machst du heute so? Wollen wir mal wieder was machen?“ ich fragte
sie in der Hoffnung sie würde Ja sagen und das tat sie auch. Wir verabredeten
uns. Ich lief also wieder ins Haus zurück wo Akin bereits auf mich wartete.
Seine Augen waren wieder böse und rot. Er sagte nichts, doch sein Blick sagte
mir ich hatte etwas falsch gemacht. „Was ist los Akin?“ fragte ich ganz offen.
„Wo warst du?“ „Ich war draußen und jetzt gehe ich gleich mit Sarah einen
Kaffee trinken. Vertraust du mir nicht?“ Ich wusste selber nicht warum ich
diese Frage stellte. Ich stellte überhaupt oft Fragen. Aber so bin ich normal.
Er schüttelte seinen Kopf. „Nein ich vertraue dir nicht. Du gehst nicht weg.“
„Wie bitte? Du kannst mir doch nicht vorschreiben was ich tun oder lassen soll?“
Ich glaubte er spinnt. Er wollte tatsächlich dass ich den ganzen Tag zuhause
sitze und sein ekliges Haus putze, aber das konnte er schön alleine machen.
Dachte ich. Aber schon 3 Stunden später war das Haus wie neu.
©Anne
gut geschrieben :)
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