Freitag, 29. Juni 2012

Story


Ich fasse das heiße Plastik an. Glühheißes Wasser fließt auf mein Gesicht und Brust nieder. Mein Körper ist verbrüht, überall besitze ich rote Stellen. Ich trockene meinen Körper von unten bis oben ab. In meinen Gedanken an meine erste Schwimmstunde, wie mein Schwimmlehrer mir gelehrt hat das man sich an den Fußen immer richtig abtrocknen muss. Ich nahm mir ein trockenes Handtuch und schling es mir um meine Model-Figur. Alle Jungs waren auf mich scharf. Doch ich wollte nur Moritz. Meinen heiß ersehnten Schwarm seit der 4. Klasse. Ich schlenderte durch den Flur. Laute Musik erklang im Zimmer meines Bruders. Er war immer in Eile und hatte nie Zeit. Doch trotz allen waren seine Freunde die schnuckeligsten Typen. Mein Zimmer war eiskalt. Ich legte mich in mein Bett und schloss meine Augen. In meinen Kopf bildete sich ein Theater ab. Das machte ich immer. Egal was ich tat in meinen Kopf bildeten sich Sätze, Musicals oder kleine Schauspiele die ich mir mal vornahm zu sagen, aber ich hielt es nie ein. Ein Mädchen auf einer großen grünen Wiese und ein Junge. Sie musterten sich langsam. Das Mädchen fing an zu weinen und der Junge schlang sie in seine muskulösen Arme. Das Schauspiel verschwand und ich merkte wie meine Zimmertür auf ging. Meine Mutter stolzierte hinein. Mein Vater ist Türke und meine Mutter Deutsche. Zum Glück.  Sie legte frische Wäsche auf meinen Schrank und ging wieder mit einer traurigen Miene hinaus. Ich wusste nicht was ich davon halten sollte. Vielleicht sollte ich merke wie unglücklich sie sei. Aber mir kann sie nichts vorspielen. Niemand kann mir was vorspielen. Ich kann nicht wirklich Gedanken lesen, doch irgendwas in mir schreit es mir zu was andre Leute denken.  Plötzlich kommt ein Mann in mein Zimmer hinein.
3 Monate vergehen und  alles ist gelöscht.  Was habe ich die Ganzen Wochen getan das ich sie nicht mehr weiß? Mein Kopf brummt und mir ist schwindlig zu mute.  Als ich wieder richtig denken konnte bemerkte ich, dass ich in einen sterilen Raum lag, welcher mit Kleidern und Schuhen ausgestattet war. Ich befinde mich in einem Einkaufzentrum. Ich steckte in einem weißen Kleid mit feiner Spitze. Um mich herum Frauen die mich Schminken und meine Haare prachtvoll gestalten. Von allein, ohne zu denken, stand ich auf und gehe aus den Raum raus. Im Gang, wo eigentlich die Rolltreppen fahren sollten, waren Massen von Menschen gleich angezogen. Vor mir mein Vater und am Altar ein Pfarrer. Alles deutete auf eine wunderschöne Hochzeit hin. Früher malte ich mir immer meine Hochzeit in meinen Kopf aus. Überall rote Blütenblätter und alles ist weiß dekoriert. Die Frauen in Rot ,außer mir, ich bin in Weiß. Die Männer sollten schwarze Anzüge tragen und aussehen wie Pinguine.  Mein Bräutigam war natürlich Moritz, welcher bereits am Altar auf mich wartete. Auf dieser Hochzeit war alles genauso nur das nicht Moritz vorne stand. Wer war dieser Typ mit seinem ungepflegten Erscheinungsbild? Mein Vater nahm sich meine Hand und führte mich auf einen roten Teppich zu ihm hin. Ich hatte hohe Schuhe an, es war schwer in ihnen laufen zu können.  Mein Vater flüsterte mir etwas ins Ohr: „Alara. Tu was er dir sagt. Er heißt Akin, Nun gehörst du im.“ Ehe ich über diese Worte nachdenken konnte übergab er mir meine Hand seiner Dreckigen und Widerlichen.  Seine gelben Zähne blitzen mich an, als wäre es die Sonne. Er machte mir Angst. Nicht nur die Frage warum gerade dieser Mann, beschäftigte mich sondern eher die Frage warum ich heiratete. In meinem Alter war das nicht üblich. Ich war 15 Jahre alt und wollte doch noch Party machen und mit meinen Freundinnen den Jungs auf den Arsch schauen. Irgendwie musste diese Hochzeit gestoppt werden. Der Pfarrer fing an zu reden. Er redete und redete doch dann wo eigentlich der Part mit dem „Möchten sie Alara zur Frau nehmen?“ kommen sollte kam er nicht. Ich dachte zu viel nach und ehe ich mich versah hatte ich schon einen Ring um den Finger. Alle starrten mich an. Ich hielt seinen Ring in meiner Hand und zitterte. Ich wollte um keinen Umständen ihn als Bräutigam nehmen. Seine Blicke trafen meine Augen. Ich schob den Ring über seinen Finger. Er packte sich meine Hand und schleifte mich hinaus. Ich stolperte und flog vor seine Knie. Die Gäste waren bereits aufgestanden und im Tumult merkten sie nichts. Wir liefen zusammen in einen Raum hinein. Plötzlich fing mein Kopf an zu glühen und ich merkte wie Hitze in meinem Kopf stieg. Meine Wange fühlte sich betäubt am und erst jetzt bekam ich mit was er für ein Mensch war. Ich wusste nicht, dass mein Vater doch Wert auf die türkischen Traditionen legte. Er hatte mir nie von Akin erzählt, obwohl ich ihn schon mein ganzes Leben gehöre. Diese Gedanken konnten mich umbringen. Sie raubten meine Energie um wieder aufzustehen. Er zog mich an meinen langen schwarzen Haare hoch und zerrte mich mit hinaus. Erst jetzt fing er an mit mir zu reden. Er redete wie ein Kellner auf Mallorca, die sich bei den Gästen ein schleimen wollen. „Alara. Mein Herz aus puren Gold. Was schaust du so traurig in der Gegend herum? Schau, gleich da drüben wohne ich! “ Ich wunderte mich schon warum keine Kutsche oder kein Auto dar steht was Hochzeitlich dekoriert war. „Akin richtig? Warum wählte sich mein Vater dich aus?“ „Richtig. Bist du etwa unzufrieden mit mir? Jaja, ich merke schon, aber das wird dir schon noch leidtun.“ Ich hasste es wie er immer in Rätzeln sprach. Ich antwortete nicht. Das wollte ich mir nicht bieten lassen… Moritz! Auf der anderen Straßenseite sah ich ihn. Sofort rannte ich zu ihm hin. Er sah mich betrübt an und ich fragte nach warum. „Warum ich so schaue? Du hast geheiratet. Nicht nur dein Mann wundert mich sondern auch wieso du geheiratet hast. Ich weiß nicht was das hier zwischen uns ist. Aber eins ist klar. Es ist vorbei!“ In mir brüllte mein Herz es wollte diese Worte nicht hören. Moritz ich liebe dich. Wenn er das gewusst hätte wäre alles anders. „Ey, was machst du meine Frau an du Schmarotzer du.“ „Akin! Lass ihn in Ruhe. “ schrie ich ihn an. Sein Blick war finster. Wieder zerrte er mich an sich. Innerlich hoffte ich Moritz konnte meine Gedanken lesen. Ich dachte das öfters. Ich war schon immer fasziniert davon gewesen wie Menschen übernatürlich Dinge bewältigen konnten. Ich konnte nichts, außer in meinen Kopf Musicals ablichten lassen. Doch das konnten Außenstehende nicht bemerken. Ich wache auf. Das letzte woran ich mich erinnern konnte war als wir ins Haus von Akin liefen. Ich lag in einen klebrigen mit Chipskrümel bedecktem Bett. Mein ganzer Körper schmerzte. Meine Hände waren am Bett mit Krawatten befestigt gewesen. Neben mir saß Akin. Er schnarchte in einem dicken Sessel wo bereits die Federn zu sehen waren. Zwischen meinen Beinen klebte es und erst jetzt bemerkte ich was er mir angetan hatte. Saure Tränen flossen über mein Gesicht. In mir tausend unbeantwortete Fragen. Ich hatte mir mein Erstes Mal immer in meinem Tagebuch aufgemalt. Ich war eine gute Zeichnerin. Bei jeder Zeichnung waren Moritz der Hauptteil und ich die Nachspeise. Ich wusste da noch nicht dass ich in so einer Bruchbude entjungfert werde. Akin wachte auf. Er stellte sich vor mich hin. „Du hast dich vielleicht angestellt. Ein bisschen Zärtlichkeit nächstes Mal bitte!“ „Ich, aber…“ kein richtiges Wort kam aus meinem trockenen Mund hinaus. „Stotter mir hier nicht so rum. Tut mir leid dass ich... Naja eigentlich tut es mir nicht leid“, Akin lachte. Er amüsierte sich darüber das seine Frau noch keinen Sex mit einen anderen außer ihm hatte. „schließlich habe ich somit etwas Sicherheit.“ „Warum weiß ich davon nichts?“ Eine dümmere Frage viel mir nicht ein. Aber eine Antwort kam erst beim Frühstück. Er band mich los und trug mich in die Küche. Richtig er trug mich. Ich wusste nicht warum. Er wollte vielleicht nicht dass ich weggehe zu einen besseren Mann. „Wer ist Moritz?“ fragte er. Und da hatten wir schon den Hacken. In mir machte sich wieder Angst breit. Wenn ich ihn die Wahrheit über Moritz erzähle tut er mir womöglich noch mehr an. Einerseits wird er mir eh etwas antun. Ich musste mich entscheiden. „Er ist ein Klassenkamerad.“ Es war nicht gelogen. Nur war es nicht die ganze Wahrheit. „Erzähl mir mehr!“ forderte Akin. Mehr? Wie mehr? Was soll ich da noch erzählen? Hey Akin, Moritz ist mein Schwarm ich liebe ihn und würde jetzt lieber bei ihm in der Küche sitzen statt bei dir? „Er sitzt neben mir. Warum? Hatte er angerufen?“ log ich. „Er sitzt also neben dir? Mhh. Weiß ich nicht. Er hat aufgelegt als ich meinen Namen sagte.“ Besser so. Danke Moritz dafür. Lieber Schweigen als zu viel zu reden was mir dann nur noch mehr Probleme verschafft. Da aßen wir also unser Frühstück. Wir sagten nichts mehr. Ich hatte keine Ahnung was für ein Tag war und was ich den ganzen Tag als Ehefrau machen sollte. Ich wollte ihn aber auch nicht fragen. Ich stand auf und räumte das Geschirr weg. „Alara? Ich weiß du liebst mich nicht. Es wird bestimmt noch dauern. Aber glaub mir, du wirst es tun.“ Ich war mir sicher dass ich mich nicht in diesen Arsch verlieben werde. Ich ging. Ich ging nach draußen. Ich brauchte frische Luft. Ich hatte mir mein Handy mitgenommen und rief meine Freundin Sarah an. „Hey Alara“, „Hey Sarah.“ Ich war in diesen Moment der glücklichste Mensch auf der Welt. „Was machst du heute so? Wollen wir mal wieder was machen?“ ich fragte sie in der Hoffnung sie würde Ja sagen und das tat sie auch. Wir verabredeten uns. Ich lief also wieder ins Haus zurück wo Akin bereits auf mich wartete. Seine Augen waren wieder böse und rot. Er sagte nichts, doch sein Blick sagte mir ich hatte etwas falsch gemacht. „Was ist los Akin?“ fragte ich ganz offen. „Wo warst du?“ „Ich war draußen und jetzt gehe ich gleich mit Sarah einen Kaffee trinken. Vertraust du mir nicht?“ Ich wusste selber nicht warum ich diese Frage stellte. Ich stellte überhaupt oft Fragen. Aber so bin ich normal. Er schüttelte seinen Kopf. „Nein ich vertraue dir nicht. Du gehst nicht weg.“ „Wie bitte? Du kannst mir doch nicht vorschreiben was ich tun oder lassen soll?“ Ich glaubte er spinnt. Er wollte tatsächlich dass ich den ganzen Tag zuhause sitze und sein ekliges Haus putze, aber das konnte er schön alleine machen. Dachte ich. Aber schon 3 Stunden später war das Haus wie neu.

©Anne

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